Martin Schepers

13.09. – 24.10.2020

Martin Schepers

 

Zur informellen Ausstellungseröffnung am Samstag, 12.09. von 16 bis 19 Uhr laden wir herzlich ein. Der Künstler Martin Schepers und die Kuratorin Kerstin Weber freuen sich darauf, mit Ihnen ins Gespräche zu kommen.

Finissage und Künstlergespräch am Samstag, 24. Oktober um 18 Uhr


Einladung als PDF 

Anlässlich der Ausstellung gibt der Kunstverein Recklinghausen eine Edition heraus.

Es erscheint ein Katalog im Verlag Edition Metzel. Wir danken den Förderern: LWL Kulturabteilung, Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung, Dr. Carl Doerken Stiftung, Stiftung Zukunft NRW und Goethe Institut Shanghai.

 
invitation to the opening of the exhibition
Geister einer Landschaft


The artist Martin Schepers and the curator Kerstin Weber are looking forward to having a discussion with you during the informal exhibition on Saturday, September 12, 2020 from 4 -7 pm.

Kutscherhaus
Willy-Brandt-Park 5
45657 Recklinghausen

Finissage and artist discussion:
Saturday, October 24, 2020, 6 pm

To mark the occasion, the Kunstverein Recklinghausen has published an edition of Martin Schepers: „Geister einer Landschaft“, drypoint etching, 10 edition, 2020. The exhibition will take place according to the official Corona provisions. Further information can be found on: www.kunstverein-recklinghausen.de

Opening hours:
Friday 3 -6 pm
Saturday, Sunday and holidays: 1 – 5 pm.

 

Geister einer Landschaft


In seinem Theaterstück „Gespenster“ von Hendrik Ibsen beschreibt dieser die Geister der Gesellschaft. Es sind nicht unsere Ahnen, deren Bild in der Erinnerung langsam aber sicher verblasst, sondern die Lebenden sind wie Geister, wenn sie ihre Geschichte nicht kennen. In diesem Sinn bekommt das Wort „Geisterstadt“ eine neue Dimension. Geisterstädte sind demnach nicht wie häufig verstanden die leeren, zurückgelassen Orten mit dem romantischen Charme des heulenden Windes. Stattdessen kann eine Geisterstadt ein pulsierender Ort voller Licht und Gegenständen sein. Aber abgeschnitten von der Geschichte der eigenen Entwicklung. Wenn die vielen kleinen Geschichten der Menschen eines Ortes überdeckt werden von einer großen offiziellen Narration. Dortmund ist Phoenix See ist maritim. China ist Technikexperte ist Wirtschaftsmacht. Gibt es Erzählungen an der Seite dieser Beschreibungen? Und wenn ja, wie lassen sich diese vielen kleinen Erzählungen darstellen?

Das Stahlwerk der Hermannshütte in Dortmund wurde 2003 Stück für Stück demontiert, nach Shanghai verfrachtet und im Anschluss in Zhangjiagang in der Provinz Jiangsu wieder aufgebaut. Wo sich das Werk einst befand, liegt heute ein künstlicher See, der Phoenix-See. Das Seeufer säumen mittlerweile großzügige Einfamilienhäuser, mehrgeschossiger Wohnungsbau und Büroanlagen. 2017 verbrachte Martin Schepers mit dem Ruhr Residenz-Stipendium ein halbes Jahr in Dortmund, um die Veränderung dieses Ortes künstlerisch zu untersuchen.
 2018 war Martin Schepers mit einer Förderung der Kunststiftung NRW am neuen Standort des Stahlwerkes in Zhangjiagang und ist auch dort mit den Menschen in Kontakt gekommen und mit ihnen in einen künstlerischen Dialog getreten.

 

Künstlerischer Lebenslauf

Geboren 1979 in Lengerich/Westfalen. Studium der Bildenden Kunst an den Kunstakademien in Münster und Düsseldorf (bei Ulrich Erben, Helmut Federle und Siegfried Anzinger, mit Abschluss als dessen Meisterschüler) sowie der Philosophie an der Universität Münster (Examen bei Prof. Dr. Thomas Leinkauf und Prof. Dr. Kurt Bayertz). Martin Schepers war Stipendiat des Cusanuswerkes, erhielt ein Reisestipendium der Kunstakademie Düsseldorf und ein Jahresstipendium des Cusanuswerks für einen Studienaufenthalt in Los Angeles bei Hubert Schmalix/UCLA. Neben eigenen Ausstellungen u. a. in Berlin, Köln, Düsseldorf, Wien, Antwerpen, Los Angeles und New York Teilnahme bzw. Gründung kollektiver Projekte: Mit dem Künstlerkollektiv IKONOSTASE war er in Ausstellungen vom Kunstverein Hannover und der DG Galerie in München vertreten, sowie Teilnehmer auf der CeBIT 2015 in Hannover mit dem Projekt "IKONOSTASE - Praxis Freiheit". Des Weiteren führte er mit Philipp Hauss das Filmprojekt Wunderblock (2014) in vier deutschen Städten durch. Als Bühnenbildner entwickelte er Konzepte für Inszenierungen wie Das Opfer (2012) in der Garage X in Wien sowie Mamma Medea (2013) und Radetzkymarsch (2014) am Landestheater Niederösterreich in St.Pölten. 2016 Stipendiat des Centre international d'art et du paysage - île de Vassivière/ Frankreich. 2017 erhielt er das Jahresstipendium der Stiftung Kunst Fonds Bonn sowie das Ruhr Residenz Stipendium der Ruhr Kunstvereine. 2018 Stipendiat der Kunststiftung NRW (Rechercheaufenthalt in China). 2019/2020 Katalogförderung der Stiftung Zukunft NRW und der LWL Kulturförderung. 2020 Projektförderung "Elbebrueckeutopie" Kulturamt Dresden. Seit Oktober 2018 Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf für Malerei in der Grundlehre.


Einzelausstellungen (Auswahl)

"Geister einer Landschaft", Lecture Performance Goethe Institut Shanghai, 2018 und CLB Berlin, 2019.
"Archäologie einer möglichen Zukunft", mit Benedikt Terwiel, Meinblau, Berlin, Juni 2018
"Rast – a mental geology", berlinweekly, Berlin, Mai 2018
"Ich Destillations Maschine", Kunstverein Cuxhaven, April-Mai 2017 (Katalog)
"Idealstadt Heimat", Künstlergut Loitz, August 2016
Stipendium und Ausstellung, Centre international d'art et du paysage, Île de Vassivière, Frankreich, Frühjahr 2016
"I can only understand what I draw", mit Dirk van Lieshout, MUHKA Antwerpen, Dezember 2015
"Out of this world", Martin Schepers & Philip Topolovac, Ackerstraße 24, Düsseldorf, August 2015
"Out of this world", Martin Schepers & Philip Topolovac, Haus am Lützowplatz (Studio Galerie), Berlin, Dezember 2014 (Katalog)
"Violated Perfection", Ozean, Berlin, Juni 2014
"Vierzehen Weisen", Infernoesque, Berlin, Mai 2012
"Kraftwerk des eigenen Kerns", Kunstverein Bochum, Juni 2012
"Umkehrung eines Grabens in einen Rücken", Galerie 61, Bielefeld, 2011
"Jeder einzelne", Galerie Werner Klein, Köln, 2009


Gruppenausstellungen und künstlerische Projekte (Auswahl)

"De l'île au monde" Kombi-Ausstellung im Centre international d'art et du paysage de Vassivière und MÉCA, Bordeaux/ Frankreich, Juli-November 2019
DIE GROSSE, Kunstpalast Düsseldorf, Juni 2019 (Publikation)
IKONOSTASE "Monsterface", Projektraum VERY, Berlin, Mai 2019
La crèation vidèo contemporaine, Centre Intermondes, La Rochelle, France, Dezember 2018
"Vers l` hiver", Centre international d`art & paysage, Vassiviere, France, November 2018
"Britzenale II", Berlin, Mai, 2018
"Lokal - Kafka", kuratiert von Raimar Stange, Berlin, November, 2018, (Katalog)
"Ruhr Residenz Stipendium", Abschlussausstellung im Kunstmuseum Bochum, Dezember 2017
"Picknick am Wegesrand", Kunstverein Dortmund, März 2016 (Katalog)
"IKONOSTASE - Die Gabe", DG Galerie, München, November 2015
"IKONOSTASE V", 87. Herbstausstellung des Kunstvereins Hannover, September/November 2015
"Recordless Release Party", Gruppenausstellung, ECHO BÜCHER, Berlin, September/Oktober 2015
"IKONOSTASE III - Praxis Freiheit" mit Markus Zimmermann und Florian Dietrich auf der CebIT Hannover, 16.-20. März 2015 (Katalog)
"Radetzkymarsch", Bühnenbild für eine Inszenierung am Landestheater St.Pölten, 2014
"Wunderblock", ein Kunstprojekt in vier deutschen Städten, Juli-August 2014
"IKONOSTASE" im Haus der Deutschen Wirtschaft, mit Markus Zimmermann und Florian Dietrich, Berlin, Juni 2014
"IKONOSTASE", Installation im öffentlichen Raum von Neukölln, Berlin, September 2013
"Bild als Bühne", Galerie für Landschaftskunst, Halle Süd, Bad Tölz, August 2013
Mamma Medea, Bühnenbild für eine Inszenierung am Landestheater St. Pölten, Februar 2013
"Alles Wasser", Galerie Mikael Anderson, Berlin, Mai 2012
"Magicgruppe Kulturobjekt", Ludwig Forum Aachen und Extracity Antwerpen, März 2012
"My Space", Kunstraum Bethanien, Berlin, April 2012
"Spiegelbild", Kunst im Tunnel, Düsseldorf, Aug. - Okt. 2008 (Katalog)
"12 artists from Germany in Dangerous Curve", Dangerous Curve, Los Angeles, USA, Mai 2007
"Fernmelder" - Ein Projekt von 11 Düsseldorfer Künstlern, Deutsches Haus, New York, März 2007